Drogensumpf im Orchestergraben

März 26th, 2008 von R.K.S

Seid ihr bei Eurer Sponsorensuche für Eure Band, Veranstaltung oder Produktion schon mal mit dem Vorwurf bezüglich Drogenkonsum im Rock´n´Roll Business konfrontiert worden?

Hat Euch ein potentieller Sponsor schon mal mit dem Argument des “schlechten Ruf der Rockmusik” und “Gefährdung der Jugend durch Rockkonzerte” abgewiesen?

Dann verweist in Eurem nächsten Sponsorengespräch doch einfach mal auf folgenden Artikel von Tagesschau.de!

Viel Spaß beim Lesen!

Karsten Schäfer

              

Drogensumpf im Orchestergraben

Schneller, höher, lauter

Die meisten Menschen, die ein klassisches Konzert besuchen, wähnen sich in einem Hort des Wahren, Guten und Schönen. Nur den wenigsten von ihnen dürfte bewusst sein: Das, was sie da hören, entsteht nicht selten unter dem Einfluss leistungssteigernder Drogen.

Ganz oben auf der Doping-Liste: Beta-Blocker. Die eigentlich für Herzpatienten gedachten Präparate halten den Blutdruck niedrig, dämpfen den Adrenalinausstoß und helfen – für Musiker besonders wichtig – Rhythmusstörungen zu kontrollieren. Viele Musiker glauben, auf diese Weise stressige Vorspiele, komplexe Soli, ordinäres Lampenfieber oder die Jähzorn-Attacken von temperamentvollen Dirigenten besser überstehen zu können. Untersuchungen in den USA zeigen, dass inzwischen rund 27 Prozent der Profi-Instrumentalisten auf die Beta-Blocker schwören.

Warnzeichen ignoriert?

Jahrelang wurde der Gebrauch leistungssteigernder Mittel in der klassischen Musik weitgehend totgeschwiegen oder bestenfalls in Fachmedien erörtert. Dabei gab es immer wieder Warnzeichen: Seit Jahrhunderten wird der Kammerton A immer höher gespielt und gesungen. Selbst episch breite Opern enden immer früher und die Lautstärke im Orchestergraben erreicht zum Teil das Niveau eines Rockkonzerts oder einer Großbaustelle.

Nun gilt es, diese Entwicklung rechtzeitig zu stoppen, bevor für Musiker – und Konzertbesucher – ernsthafte Dauerschäden zu befürchten sind. Die Konsequenzen sind offen: Müssen nun einzelne Klangkörper von den Grammy-Awards und andern Musikpreisen disqualifiziert und eventuell sogar die Klassik-Hitparaden neu geschrieben werden? Was passiert mit dem Beethoven-Wettbewerb, der von der Telekom gesponsert wird? Aus dem Radsport hat sich das Unternehmen bereits wegen Dopingaffären zurückgezogen. Werden die Orchesterverbände bald unangemeldete Probenbesuche machen, um Urinkontrollen durchzuführen?

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