Haspa Musik-Stiftung

September 20th, 2009 von R.K.S

Interessant für alle Hamburger ist die Haspa Musik-Stiftung. Die Haspa Musik-Stiftung will gemeinsam mit renommierten Hamburger Musikinstitutionen verschiedene Projekte und Ideen verwirklichen, um die Bedingungen für Musikschaffende in Hamburg zu verbessern. Da gerade im Übergang vom Studiem zum echten Berufsleben in den letzten Jahren eine Förderungslücke entstanden ist, sollen gerade junge Menschen, die mit Musik ihren Lebensunterhalt verdienen wollen, mit Stipendien, Netzwerken und Coachings gefördert werden.

Außerdem will die Haspa Musik-Stiftung Zuwendungen an gemeinnützige Einrichtungen und Organisationen bereitstellen, die sich in der Metropolregion für das Musikleben in und um Hamburg engagieren und der Stadt ein Profil als Musikmetropole geben.

So unterstützt die Haspa Musik Stiftung unter anderem auch den Kiez Kongress 2009 in Hamburg. Dort werden am 24. und 25.09.2009 rund um das Karostar – Medienzentrum (Neuer Kamp 32) Vorträge, Diskussionen und Workshops mit namhaften Referenten rund um die Musikwirtschaft abgehalten. Ergänzt wird die Pop-Theorie durch abendliche Live-Konzerte des parallel laufenden Reeperbahnfestivals. Veranstalter ist das Forum Veranstaltungskaufleute Hamburg e. V. Im Vorjahr nahmen ca 300 Teilnehmer und über 40 namhafte Referenten aus der Musiwirtschaft teil.

Außerdem wählten die Haspa Musik-Stiftung und RockCity Hamburg e.V. die 5 besten Hamburger Newcomer. Mitmachen konnten Musiker und Bands aus Hamburg oder dem Umland. Das Mindestalter betrug 18 Jahre, das Höchstalter 30 Jahre. Die 5 Gewinnerbands erhielten ein zwölfmonatiges individuelles Förderprogramm, betehend aus finanzieller Unterstützung, enger Zusammenarbeit mit erfahrenen Musikern, Bühnen, Studios und Agenturen. Neben Coachings, Workshops, Zusatzqualifikationen, Merchandising, Shopkonzert und medialer Begleitung erwartete die Gewinner ein dickes Netzwerk aus der Musikbranche.

Ob die Wahl der 5 besten Hamburger Newcomer im Jahr 2010 nochmals durchgeführt wird, kann ich noch nicht sagen. Sollte die Aktion aber wiederholt werden, werde ich hier auf jeden Fall frühzeitig hier im sponsoring-blog darüber schreiben.

R.K.S

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Was verdient eigentlich ein Musiker an einem Album?

September 12th, 2009 von R.K.S

Der VUT hat gestern in einer Pressemitteilung die Einnahmenssituation im Musikgeschäft beschrieben.

Die komplizierte Einnahmesituation im Musikgeschäft interessiert Musiknutzer und Journalisten gleichermaßen brennend und das spätestens seit Filesharing zum gesellschaftlichen Thema hochstilisiert wurde. Nur so sind die unzähligen Artikel, Foren- und Blogeinträge zu den Künstleranteilen an CD-Verkäufen zu erklären. Leider sind die meisten Angaben nachlässig recherchiert und dementsprechend fehlerhaft, fast immer zu Lasten der unabhängig produzierenden Unternehmen.

Werden an den Künstler wirklich nur Centbeträge von einem für 15€ im Laden gekauften Album ausgezahlt? Der VUT hat bei Independents und Künstlern nachgefragt und ist zu einem deutlich anderen Ergebnis gekommen. Die Befragten waren sich einig, dass der Künstleranteil nur in den seltensten Fällen unter 12% liegt. Hat der Künstler auch die Komposition und den Text verfasst, sind im Schnitt 17% des Endverkaufspreises für ihn drin, da dann auch Einnahmen aus den GEMA – Lizenzen an ihn zurückfließen. Nicht einberechnet sind die indirekten weiteren Einnahmen aus der so genannten Zweitverwertung, wie sie durch Sendung im Radio, Leermedienabgabe etc. entstehen.

Ein Künstler, der einen Plattenvertrag bei einem Independent unterschreibt, dürfte also bei einem durchschnittlichen Vertrag zwischen 1,90€ und 2,60€ pro verkauftem Album à 15€ erzielen. Je nachdem, wie bekannt der Künstler bereits ist und wie geschickt er verhandelt, kann auch noch deutlich mehr für ihn drin sein.

Eva Kiltz, Geschäftsführerin des VUT e.V. sagt dazu: „Wir sollten jede Chance nutzen, der Öffentlichkeit zu verdeutlichen, wie die Einnahmen der Musikwirtschaft wirklich verteilt werden. Sonst setzen sich Falscheinschätzungen in den Köpfen der Musiknutzer fest und Filesharing scheint nur mehr ein Kavaliersdelikt zu sein. Jeder, der sich Musik umsonst besorgt, sollte sich darüber bewusst sein, dass Künstler und Labels ohne Rückflüsse aus dem Verkauf von physischen oder digitalen Tonträgern keine neue Musik mehr produzieren und veröffentlichen können”

Amke Block vom Internetportal audiomagnet und Thomas Schlegel von der Kanzlei Sasse & Partner haben die Angaben recherchiert und die neuen Berechnungen aufgestellt. Beide sagen:

„Im Gespräch mit den Labels wurde klar: es gibt keine standardisierte Einnahmeverteilung. Aber in einem waren sich alle einig: in der Regel teilen Label und Künstler die Einkünfte aus Tonträgerverkäufen fair“

Oke Göttlich, CEO und Gründer der finetuntes GmbH kommentiert ebenfalls die Situation:

„Im digitalen genau wie im physischen Markt werden die Künstler in der Regel angemessen an den Einkünften der Labels beteiligt. Dennoch muss die Frage künftig beantwortet werden, wie junge, unbekannte Musiker noch Musik schaffen und davon leben sollen, wenn ihre Werke ohne Einwilligung und Kenntnis frei im Netz verfügbar sind? Hier sind Firmen wie z.B. myvideo, rapidshare, aber auch die Internet-Service-Provider wie United Internet, T-Online und Vodafone gefragt, gemeinsam Modelle mit uns – den gesprächsbereiten und nicht konzerngesteuerten Indies – zu entwickeln, um gerne auch neue Vergütungs- und lohnende Promotionkanäle zu öffnen. Bisher machen diese Konzerne mit diesen Inhalten und ihren neuen Geschäftsmodellen Profit, ohne die Kreativen angemessen zu beteiligen. Denn eines muss endlich klar werden: Auch wenn sich die Aufmerksamkeit in Einzelfällen durch kostenlose Verbreitung erhöhen lässt, können so viele Bands gar nicht auf der Welt in Konzerten auftreten oder T-Shirts verkaufen, um die Verluste aus den nicht lizenzierten Nutzungen zu kompensieren“, kommentiert Oke Göttlich, CEO und Gründer der finetunes GmbH.

Vielen Dank an den VUT für die Bereitstellung der Daten. Und natürlich an alle anderen, die den sponsoring-blog ebenfalls regeläßig mit Daten füttern.

R.K.S

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