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Was verdient eigentlich ein Musiker an einem Album?

September 12th, 2009 von R.K.S

Der VUT hat gestern in einer Pressemitteilung die Einnahmenssituation im Musikgeschäft beschrieben.

Die komplizierte Einnahmesituation im Musikgeschäft interessiert Musiknutzer und Journalisten gleichermaßen brennend und das spätestens seit Filesharing zum gesellschaftlichen Thema hochstilisiert wurde. Nur so sind die unzähligen Artikel, Foren- und Blogeinträge zu den Künstleranteilen an CD-Verkäufen zu erklären. Leider sind die meisten Angaben nachlässig recherchiert und dementsprechend fehlerhaft, fast immer zu Lasten der unabhängig produzierenden Unternehmen.

Werden an den Künstler wirklich nur Centbeträge von einem für 15€ im Laden gekauften Album ausgezahlt? Der VUT hat bei Independents und Künstlern nachgefragt und ist zu einem deutlich anderen Ergebnis gekommen. Die Befragten waren sich einig, dass der Künstleranteil nur in den seltensten Fällen unter 12% liegt. Hat der Künstler auch die Komposition und den Text verfasst, sind im Schnitt 17% des Endverkaufspreises für ihn drin, da dann auch Einnahmen aus den GEMA – Lizenzen an ihn zurückfließen. Nicht einberechnet sind die indirekten weiteren Einnahmen aus der so genannten Zweitverwertung, wie sie durch Sendung im Radio, Leermedienabgabe etc. entstehen.

Ein Künstler, der einen Plattenvertrag bei einem Independent unterschreibt, dürfte also bei einem durchschnittlichen Vertrag zwischen 1,90€ und 2,60€ pro verkauftem Album à 15€ erzielen. Je nachdem, wie bekannt der Künstler bereits ist und wie geschickt er verhandelt, kann auch noch deutlich mehr für ihn drin sein.

Eva Kiltz, Geschäftsführerin des VUT e.V. sagt dazu: „Wir sollten jede Chance nutzen, der Öffentlichkeit zu verdeutlichen, wie die Einnahmen der Musikwirtschaft wirklich verteilt werden. Sonst setzen sich Falscheinschätzungen in den Köpfen der Musiknutzer fest und Filesharing scheint nur mehr ein Kavaliersdelikt zu sein. Jeder, der sich Musik umsonst besorgt, sollte sich darüber bewusst sein, dass Künstler und Labels ohne Rückflüsse aus dem Verkauf von physischen oder digitalen Tonträgern keine neue Musik mehr produzieren und veröffentlichen können”

Amke Block vom Internetportal audiomagnet und Thomas Schlegel von der Kanzlei Sasse & Partner haben die Angaben recherchiert und die neuen Berechnungen aufgestellt. Beide sagen:

„Im Gespräch mit den Labels wurde klar: es gibt keine standardisierte Einnahmeverteilung. Aber in einem waren sich alle einig: in der Regel teilen Label und Künstler die Einkünfte aus Tonträgerverkäufen fair“

Oke Göttlich, CEO und Gründer der finetuntes GmbH kommentiert ebenfalls die Situation:

„Im digitalen genau wie im physischen Markt werden die Künstler in der Regel angemessen an den Einkünften der Labels beteiligt. Dennoch muss die Frage künftig beantwortet werden, wie junge, unbekannte Musiker noch Musik schaffen und davon leben sollen, wenn ihre Werke ohne Einwilligung und Kenntnis frei im Netz verfügbar sind? Hier sind Firmen wie z.B. myvideo, rapidshare, aber auch die Internet-Service-Provider wie United Internet, T-Online und Vodafone gefragt, gemeinsam Modelle mit uns – den gesprächsbereiten und nicht konzerngesteuerten Indies – zu entwickeln, um gerne auch neue Vergütungs- und lohnende Promotionkanäle zu öffnen. Bisher machen diese Konzerne mit diesen Inhalten und ihren neuen Geschäftsmodellen Profit, ohne die Kreativen angemessen zu beteiligen. Denn eines muss endlich klar werden: Auch wenn sich die Aufmerksamkeit in Einzelfällen durch kostenlose Verbreitung erhöhen lässt, können so viele Bands gar nicht auf der Welt in Konzerten auftreten oder T-Shirts verkaufen, um die Verluste aus den nicht lizenzierten Nutzungen zu kompensieren“, kommentiert Oke Göttlich, CEO und Gründer der finetunes GmbH.

Vielen Dank an den VUT für die Bereitstellung der Daten. Und natürlich an alle anderen, die den sponsoring-blog ebenfalls regeläßig mit Daten füttern.

R.K.S

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Videoblog „Respect The Music“ des VUT und Motor.TV

Juli 27th, 2008 von R.K.S

In der gestrigen Pressemitteilung des VUT – Verband unabhängiger Musikunternehmen war zu lesen, dass die Kampagne „Respect The Music“ als Videoblog in Kooperation des VUT mit Motor.TV wieder auflebt.

Respect The Music ist ein von Timo Roth und Hendrik Menzl konzipierter Video-Blog und dort soll ab sofort jeden Freitag ein neues Video-Interview veröffentlicht werden. Die jeweiligen Interviewpartner sind entweder Musiker, Unternehmer im Musicbizz, arbeiten mit Musikern zusammen, sind selber begeisterte Musikfans, oder alles auf einmal… In den Interviews sollen die Befragten zu Musik und Musikern, den Hintergründen ihrer Beschäftigung mit Musik, und ihren Arbeits- und Lebensverhältnisse befragt werden.

Neben den Videointerviews sollen Auszüge aus Artikeln, Studien und Erhebungen veröffentlicht werden. Und wie es sich für einen Blog gehört, können Besucher alle Inhalte kommentieren. Alles in allem soll so auf Respect The Music ein umfassenes Bild der Musiker und Musikschaffenden Deutschlands entstehen.

Bei Respect the Music ist laut eigener Aussage kopieren und weiterleiten der Inhalte im nichtkommerziellen Bereich ausdrücklich gewünscht und gerne gesehen. Alle Beiträge stehen dort unter Creative Commons Lizenz und sollen auch auf MySpace und YouTube zu finden sein. Respect the Music betritt also ebenfalls neue Wege und macht sich nun ebenfalls auf in´s Zeitalter des Web 2.0.

„Wir beteiligen uns als Medienpartner an diesem Projekt, weil wir uns wünschen, dass mehr Medien auch über die Realität berichten, in der sich die überwiegende Anzahl der Musiker und Musikschaffenden in Deutschland befindet, statt immer nur über die Piratenjagd der Konzerne und die abstrakte Zukunft des Urheberrechts. Da machen wir gerne den Anfang“.

sagt Mona Rübsamen, geschäftsführende Gesellschafterin von Motor FM & Motor TV, zur Kooperation.

Im ersten Video ist Patrick Wagner zu sehen. Patrick Wagner veröffentlicht auf seinem Label Louisville Records nur Musik, hinter der er kompromisslos stehen kann. Dazu gehören Platten von Navel, Jolly Goods, Puppetmastaz, Jeans Team, Kissogram und Naked Lunch.

Vielleicht kommen in späteren Interview-Videos ja auch mal Köpfe aus dem Bereich des Sponsoring zu Wort. Interviewpartner wären u.a. in meinem Blogartikel zum Festivalsponsoring / Kultursponsoring-Gipfel 2008 der ESB zu finden. So fällt mir z.B. spontan Lars-Oliver Vogt, Geschäftsführer von The Sponsor People ein.

Na dann mal viel Spaß bei Respect The Music!

Karsten Schäfer

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Wie man Popstars glaubhaft sponsert

Juni 17th, 2008 von R.K.S

Am 28. Mai 2008 erschien das neue Jahrbuch Sponsoring 2008, das der New Business Verlag alljährlich in Kooperation mit dem FASPO Fachverband für Sponsoring und Sonderwerbeformen veröffentlicht. In der aktuellen Ausgabe befindet sich erstmals ein Beitrag über Popsponsoring.

Cornelius Ringe vom pop.sponsoring.blog, Spezialist für Popsponsoring und Experte für Audio Branding, schreibt über Pop-Sponsoring und der Traum von der Freiheit.

Den Beitrag kann ich jedem nur wärmsten empfehlen, der sich mit dem Thema Musiksponsoring beschäftigt.

Popstars gehören zu den einflussreichsten Meinungsführern in unserer Gesellschaft. Jeder kennt irgendeine Band, zu der “ein besonderes Vertrauen” besteht. Und große Popstars haben viele Fans.

Als Fazit kann man sagen, dass Popsponsoring eine attraktive und erlebnisorientierte Form des Sponsoring ist, welche einerseits ein breites Publikum erreichen kann, andererseits aber auch durch Newcomer-Sponsoring hohe Zielgruppengenauigkeit erreichnen kann.

Popsponsoring bietet dem Sponsor die Möglichkeit, seine Marke mit dem Image von Popstars und Popkultur emotional aufzuladen und ein gegenseitiges Image zu transferieren.

Wichtig dabei ist allerdings, dass die Authenzität der Künstler gewahrt bleibt, damit das Sponsoring glaubwürdig erscheint, ist und bleibt.

Den sechsseitigen Artikel von Cornelius Ringe über Pop-Sponsoring – Wie man Popstars glaubhaft sponsert, lest Ihr besser selber komplett.

Karsten Schäfer

Links zu weitere interessante Studien und Artikeln findet Ihr im Sponsoring KnowHow.

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Eventsponsoring in Zeiten des Long-Tail

Mai 23rd, 2008 von R.K.S

Bin heute auf einen interessanten Artikel zum Thema Eventsponsoring in Zeiten des Long Tail von Dr. Wolfgang Töchterle in seinem Blog ENDALIVE über Eventmanagement und Musikmarketing gestoßen. Und obwohl mir aktuell die Zeit fehlt, muss ich doch kurz auf ENDALIVE verweisen.

Alle, die weitere Informationen zum Thema Eventsponsoring und Musikmarketing suchen, finden ENDALIVE im Blogroll und sollten dort auf jeden Fall reinlesen. Da liest man die 1 zur Diplomarbeit raus!

Nur zu einer Aussage kann ich nicht einfach zustimmen:

“Warum? Die Antwort liegt in den rückläufigen Zuschauerzahlen zahlreicher Mega-Events! Nicht nur, dass viele Eventorganisatoren Einbußen in den realen Zuschauerzahlen hinnehmen müssen.”

Mein Einwand: Wacken Open Air vom 31.07. – 02.08.2008 war schon am März 08 mit über 75.000 Tickets komplett ausverkauft. Rock am Ring und Rock im Park auch jetzt schon mit 160.000 Tickets ausverkauft. Wacken Tickets kosten aktuell 170/180 € auf ebay.

Mega-Events und Festival-Sponsoring war auch ein Thema im Parallelforum Festivals und Rock / Pop locken auf dem Kultursponsoringgipfel 2008 der ESB mit Vorträgen und Diskussionsrunden von den großen Agenturen des Festival-Sponsoring und Vermarktern von Festivals

Wobei man von drei erfolgreichen Megafestivals natürlich nicht auf die Situation der gesamten Branche schließen kann. Es gibt auch genügend Beispiele von rückläufigen Besucherzahlen. Insofern wird die Aussage von ENDALIVE also doch bestätigt.

Übrigens:

ERFOLGSFAKTOREN FÜR EVENTS – so nennt sich die von den Autoren Wolfgang Töchterle und Werner Höppe verfasste Diplomarbeit im Rahmen welcher all jene Erfolgsfaktoren eruiert und analysiert wurden, welche einen nachweisbaren Einfluss auf den Erfolg bzw. auf den Misserfolg von Events haben können.

Reinlesen lohnt. Und zum Schlus ein Zitat, welches mir sehr gut gefällt:

Eines ist zumindest jetzt schon klar: das Schlachtfeld im Krieg um die besten Sponsoren wird das WWW sein!

Karsten Schäfer

 

Dr. Wolfgang Töchterle ist übrigens extrem cool! Er ist jung, hat was in der platte und spielt excelent guitarre in ner derben rockband. ihr sollten seinen blog wirklich mal besuchen und lesen.

Geschrieben in Eventsponsoring, Festivalsponsoring, Musikmarketing, Musiksponsoring, Social Media, Sponsoring KnowHow | 1 Kommentar »

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